St. Rochus Schützenbruderschaft Broich-Peel e.V.

Unser Schutzpatron

Wer war dieser St. Rochus eigentlich? Wo kam er her, der Namensgeber unserer Kirchengemeinde, unserer Bruderschaft?

Viele Dinge, die über Ihn bekannt sind, gehören - wie bei den meisten Heiligen - ins Reich der Legende. Geboren wurde er um 1295 in Montpellier, Frankreich. Es wird behauptet, dass er mit einem Muttermal auf der Brust geboren wurde, welches die Form eines roten Kreuzes hatte. Er wurde in eine wohlhabende Familie (Bürgermeister von Montpellier) hineingeboren. Früh verlor er seine Eltern.

Mit etwa 20 Jahren gab er die Regierung der Stadt in die Hände seines Onkels und verteilte sein gesamtes Vermögen unter den Armen. Er gab sich als armer Pilger aus und ging auf Pilgerfahrt nach Rom. In Aquapendente kam er das erste Mal mit der Pest in Berührung und stelle sich umgehend in den Dienst der Kranken. Hier und in anderen italienischen Städten wie Modena, Parma, Cesena, etc. soll er nur mit Hilfe des Kreuzzeichens tot geweihte Kranke geheilt haben.

In Piacenza endlich befiel auch ihn die schreckliche Krankheit. Er zog sich in eine Waldhütte zurück. Versorgt wurde er durch einen Edelmann namens Gothard, dessen Hund dem Kranken das Brot brachte. Der Legende nach wurde St. Rochus von Montpellier von einem Engel gesund gepflegt.

Nach der Genesung kehrte St. Rochus nach Frankreich zurück und wurde in seiner Heimatstadt von seinem Onkel unwissentlich als Spion verhaftet und eingekerkert. Seine wahre Identität verschwieg er jedoch. Erst nach seinem Tod - fünf Jahre später - am 16.08.1327 wurde er sowohl anhand von Dokumenten als auch durch das kreuzförmige Muttermal erkannt.

Rochus gilt als sogenannter volkstümlicher Heiliger. Er wird als Nothelfer oft angerufen, obwohl er eigentlich nicht zu den 14 Nothelfern gehört. Nach ihm wurden Spitäler für Pestkranke benannt. Sein Name bedeutet latinisiert "DER FELS".

Seine Reliquien (Gebeine) liegen seit ca. 1415 in Venedig, wo auch 1485 zu seinen Ehren eine Kirche San Rocco gebaut wurde. Die Verehrung des Heiligen hat seine Hochburgen in Südfrankreich und Nordspanien, wo bis heute Häuser mit den Buchstaben "VSR" - "Vive Saint Roche" verziert werden. In Deutschland wird seit 1666 die Wallfahrt auf den Rochus-Berg bei Bingen durchgeführt.

St. Rochus gilt als Schutzpatron unter anderem von Montpellier, Venedig, Parma und Broich-Peel, der Gefangenen, Kranken, Ärzte, Chirurgen, Bauern, Schreiner, Pflasterer, gegen Pest, Bein- und Knieleiden, Unglücksfälle und vielen anderen Dingen.

Auf den Rochusbildern tauchen die Attribute der Pilgerschaft, die Pestbeule am Oberschenkel und der Hund immer wieder auf. Es gibt sogar eine Bauernregel, die gerade fürs Kappesland von Bedeutung ist: "Wenn St. Rochus (16.8.) trübe schaut, kommt die Raupe in das Kraut."

Nachdem wir unseren Schutzpatron nun eingehend persönlich kennen gelernt haben, bleibt noch die Frage: "Wie ist St. Rochus zum Schutzpatron unserer Kirchengemeinde geworden?"

Bereits lange vor der Grundsteinlegung unserer Kirche (1904) wurde in einer Kirchbauversammlung am 22.04.1894 die Frage des Namenspatronats für die Kirche in Broich-Peel besprochen. Da der Anstoß zum Kirchenbau am 08.12.1887 gegeben wurde, wurde die "unbefleckte Empfängins Mariä" als Pfarrpatronin favorisiert. In Broich stand jedoch vermutlich seit der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts ein altes Heiligehäuschen zu Ehren von St. Rochus, der dort auch eifrigst verehrt wurde. Daher einigte man sich auf den Pfarrpatron.

"Heilig Rochus"

Möge St. Rochus der Fels in der Brandung unseres Lebens sein.

Verfasser: Michael Rumpf, 2. Brudermeister