St. Rochus Schützenbruderschaft Broich-Peel e.V.

Chronik

Im Jahre 1920 wurde in unserer Pfarrgemeinde die St. Rochus-Bruderschaft gegründet. Wahrscheinlich wurde zu diesem Zeitpunkt auch das Schießen im Programm aufgenommen. Aus dem Protokoll vom 1. September 1928 geht hervor, dass eine Schützenabteilung gebildet wurde, mit der Bedingung, innerhalb der Bruderschaft den Schießsport zu betreiben. Als erste Schießmeister werden genannt: Johann Zenzes, Josef Pflipsen und Franz Schnitzler. Über die Durchführung des Schießsportes sind keine weiteren Angaben in Protokollen vorhanden. Die Schießsportarbeit unserer Bruderschaft wird sich wohl auf Königsvogel und Preisvogelschießen beschränkt haben. Dieses blieb so bis im Jahre 1937. Am 4, Mai des Jahres 1937 wurde die Bruderschaft als ruhend im Protokollbuch vermerkt. Der in diesem Protokoll erwähnte König, Heinrich Bienen wurde nicht durch Schießen ermittelt, sondern er wurde ausgelost. Daraus geht hervor, dass das Schießen in der Bruderschaft zu diesem Zeitpunkt eingestellt wurde.

Durch die Beendigung des 2. Weltkrieges im Jahre 1945, wurde auch das Verbot des Schießens für die Bruderschaften durch die nationalsozialistische Regierung aufgehoben. Nachdem die Bruderschaftler teilweise aus der Gefangenschaft heimgekehrt waren, wurde im Mai 1946 die erste Versammlung der St. Rochus Bruderschaft bei Beeck, das heutige Haus Lehnen in Broich, abgehalten. Auf dieser Versammlung wurde beschlossen, mit den Aufzügen und Traditionsschießen noch ein Jahr zu warten. So kam das Jahr 1947. Jetzt sollte nach zehn jähriger Pause ein Vogelschuß abgehalten werden. Die Besatzung hatte jegliches Schießen verboten. Die Bruderschaftler ließen sich nicht entmutigen. Sie wussten sich zu helfen, indem sie im Jahre 1947 und 1948 den Vogel putzten. Ein solches Vogelputzen war für alle eine spannende Angelegenheit. Wer den letzten Strich des Vogels mit verbundenen Augen von der Tafel putzte, erhielt für ein Jahr die Königswürde. So kam das Jahr 1949. Die Besatzungsmacht erlaubte für die Bruderschaftler und Schützen das Schießen mit der Armbrust. Im Jahre 1950 durfte erstmals mit Luftgewehren geschossen werden.

Jetzt musste ein Schießmeister gewählt werden, welcher die Aufsicht über Traditionsschießen und Sportschießen führte. Dieses Amt übernahm Peter Mertens. In den folgenden Jahren bis 1958 beschränkte sich das Schießen in der Bruderschaft auf den Preisvogel und den Königsvogel. Die im Jahre 1958 neu aufgestellten Statuten und Ausführungsbestimmungen der Bruderschaft, worin das sportliche Schießen innerhalb der Jugend gefördert werden soll, wird der Anlass dafür gewesen sein, dass die bestehenden Schützenzüge darauf drängten, ein Pokalschießen durchzuführen. Dieser Anregung wurde die Bruderschaft gerecht, indem sie einen Wanderpokal anschaffte. Jeder Schützenzug hielt nun getrennt das Übungsschießen ab, um beim ersten Pokalschießen konkurrenzfähig zu sein. Gewinner des ersten Pokals war der Zug Woof (Willi Vieten). Dieses erste Pokalschießen fand mit geliehenen Gewehren, von Konrad Gerads und Peter Haves statt. Im Jahre 1959 wurde von der Bruderschaft ein dem sportlichen Bedingungen entsprechendes Gewehr angeschafft. Trotz größter Anstrengungen der übrigen Züge unter Führung von Kaspar Jakobs und Adolf Jansen konnte der Zug Woof den Pokal drei Jahre hintereinander erringen und wurde somit Besitzer des ersten Pokals. Dadurch war die Bruderschaft im Jahre 1960 gezwungen einen zweiten Wanderpokal anzuschaffen. Der Gewinner des zweiten Pokals wurde wiederum der Zug Woof. Angesichts dieser Überlegenheit zogen sich die Züge Kaspar Jacobs und Jansen Adolf vom Pokalschießen zurück.

1962 hatte der Zug Woof endlich seinen Meister gefunden. Der neu gebildete Zug mit dem Zugführer Karl-Heinz Küppers gewann den Pokal. Die sportbegeisterten Schützen wählten sich Willi Vieten als ersten und Kaspar Jacobs als zweiten Schießmeister. Peter Mertens hatte dieses Amt wegen Überbelastung zur Verfügung gestellt. Sonntagmorgen wurde jetzt Übungsschießen abgehalten. Dafür waren aber nur provisorische Stände vorhanden. Man schoß durch das offene Fenster auf den Hof. Dort ging es oft lustig zu. Jeder Schütze freute sich über die kleinste Verbesserung seiner Ergebnisse. Mit der Schützengesellschaft Peel wurden die ersten Vergleichskämpfe durchgeführt. Da diese alle gewonnen wurden, fasste man Mut und versuchte es gegen Rheindahlen. Rheindahlen hatte schon an Vergleichskämpfen innerhalb des Bezirks Mönchengladbach-Rheydt teilgenommen. Da auch diese Kämpfe gewonnen wurden, bat man den Vorstand der St. Rochus Schützenbruderschaft doch einen richtigen Stand anzuschaffen und ein zweites Gewehr. 1963 wurde diese Bitte erfüllt. Nun stand dem Wettschießen unter den Bedingungen des Zentralverbandes der historischen deutschen Schützenbruderschaften (BDHS) nichts mehr im Weg. Die Leistungsabzeichen des Verbandes erringen, war das erste Ziel aller Schützen.

1964 hatte die Bruderschaft nun vier Stände mit damals modernen Scheibenzuganlagen angeschafft. Ein drittes Gewehr stellte der Wirt Josef Lehnen zur Verfügung. Im diesem Jahr fanden auch die ersten Bruderschaftsmeisterschaften statt. Hier konnten sich 8 alt und 4 Jungschützen für die Bezirksmeisterschaften qualifizieren. Nach der Anmeldung wurde gefragt: „Wo liegt Broich-Peel, wird Broich-Peel kleingeschrieben?“ Das spornte an. Die Jungschützen wurden erster. Auch zu den Diözesanmeisterschaften qualifizierte man sich erstmals. Auch an den offiziellen Rundenwettkämpfen nahm man nun teil. Außerdem fand, kombiniert mit einem Weihnachtsgeschenkeschießen, die erste Weihnachtsfeier der Schießsportabteilung statt.

1965 fand das wahrscheinlich erste Prinzenschießen statt. Die Prinzenwürde erlangte Karl-Heinz Küppers. Hansen Peter stiftete das erste Prinzensilber unserer Bruderschaft. Im Juni fuhr man erstmals mit 9 Schützen nach Kreutz-Weingarten zum Schießlehrgang.1966 fand erstmals das Karl-Gnörich-Gedächtnispokalschießen statt. Natürlich waren die Broicher dabei.
1967 wurde es aufgrund der steigenden Mitgliedszahlen notwendig den Stand zu vergrößern und weitere Gewehre anzuschaffen. So konnte schon bald die Neueröffnung des nun „schönsten und zweckmäßigsten“ Schießstandes des Bezirksverbands Mönchengladbach gefeiert werden.
Für die Frauen und Mädchen (Angehörige der aktiven Bruderschaftler) der Schießsportabteilung gab es ein Blumenschießen, für die Jungschützen ein Geschenk-Schießen.
1968 legten die Schießmeister ihre Ämter nieder und Josef Zons wurde zum ersten und Hans-Albert Schultz zum zweiten Schießmeister gewählt.

1980 wurden zum ersten mal Schülerrundenwettkämpfe gestartet. Die Betreuung der ersten Schülermannschaft übernahm Heinz Schiffer.
1983 feierte man 25 jähriges Jubiläum.
1984 schossen die ersten Mädchen in der Schießsportabteilung der St. Rochus Bruderschaft Broich-Peel.

1994 stellte nach 26 jähriger Tätigkeit Josef Zons sein Amt des Schießmeisters zur Verfügung.
Neue Schießmeister waren nun: Franz-Josef Jennissen, Rolf Reynders und Wolfgang Rademakers.
1996 übernahmen Wolfgang Rademakers, Peter Sieben, Claudia Zons und Wolfgang Bösch diesen Posten.
Nachdem der 1. Schießmeister am 2. Juni 1998 verstorben war, übernahmen Peter Sieben, Claudia Zons und Wolfgang Bösch diesen arbeitsreichen Posten.
Nach weiteren zwei Jahren gab Peter Sieben das Amt an Claudia Zons und Wolfgang Bösch weiter.

Der jetzige Schießstand wurde 1996 im Pfarrheim Broich-Peel eingerichtet.
Der alte Schießstand im Haus Lehnen war mittlerweile baufällig geworden und entsprach nicht mehr den Vorschriften. Nach langem Überlegen und harten Verhandlungen konnten wir dann 1996 den Schießstand im Pfarrheim einweihen.
Es war der erste Stand in Mönchengladbach der nach dem Schießbetrieb wieder zurückgebaut werden kann, um den Raum auch für andere Gruppen zu nutzen.
Nach unserem Beispiel wurden später auch in Venn und Geistenbeck neue Schießstätten gebaut.